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Vom Schwarzwald in den hohen Norden

Erst saukalt, dann richtig heiß mit heftigen Gewittern: Innerhalb von nur zwei Wochen kann alles ganz anders sein, wenn man in Deutschland unterwegs ist. Deshalb gibt es nur einen Tipp. Man muss einfach losfahren und bereit sein, auch einmal in die Bahn einzusteigen, wenn man es sich bequem machen will.

Warum über die Schwarzwaldhöhen schinden – bei 13 Grad und Regen? Die Schwarzwaldbahn nimmt auf der Strecke Richtung Offenburg  die Räder kostenlos mit. Mit Bahncard 50 ist der Rest der Kosten auch kein Thema. Wir fahren bis Hausach und radeln dann los.

Frischer Wind weht uns entgegen. Beim Kochen im Kinzigtal ducken wir uns hinter eine Hecke. Die Sitzbank ist unser Ersatztisch, die kleinen Campingstühlchen haben wir dabei. Mit komfortablen Tisch-Bank-Kombinationen für ein Picknick wie in Neuseeland können wir in Deutschland erfahrungsgemäß  nicht rechnen. Dafür gibt es viele Wege nur für Radfahrer und Fußgänger, die Beschilderung ist gut bis sehr gut.

Nach Camping in Kehl und Lauterbourg, Frankreich,  (drei Sterne, wirklich top, sehr preisgünstig, sind hier deshalb so viele Schwaben?), Bad Dürkheim (wir dürfen auf die Jugendzeltwiese, weil alle anderen Plätze belegt sind), kommen wir in Bingen in einem Hotel unter. Blick auf den Rhein, man müsste dringend investieren, doch für eine Nacht ist das Zimmer okay.  Mit dem Frühstücksbüffet sammelt der Betreiber Pluspunkte.

Endlich mehr Sonne. Von Bingen bis hinter Köln und Düsseldorf  ist der Rheinradweg einfach ein Genuss. Ohne die vielen Gäste aus den Niederlanden hätten es die Campingplatzbetreiber sicher schwer. Mit Kai, ebenfalls Radler, reden wir nicht nur über Touren, sondern auch über Politik. Die Europawahl ist ja gerade erst vorbei.

Wie kommen wir zur Fähre? Radtouristikfahrerin Andrea gibt uns Windschatten und erzählt von ihrer letzten Tour im Sauerland.

Nette Geste in Bonheim:  Die Dusche bleibt kalt, trotz des eingeworfenen Euros, aber der Betreiber erstattet nicht nur diesen, sondern gibt uns  einen Sonderpreis für die Übernachtung :-).  Dabei hatte ich (Verena) mich gar nicht beschwert, sondern nur den Hinweis gegeben, dass  etwas nicht funktioniert.

Richtig Glück haben wir im Raum Marl. Vor sechs Jahren haben wir uns dort rechtsrheinisch total verfranzt, landeten immer wieder bei Fabriktoren. Jetzt fahren wir auf der anderen Rheinseite, fragen zwei Radler nach dem Weg. Peter und Herbert begleiten uns, eigentlich wollen sie erst nur ein kleines Stück fahren, dann werden aber bestimmt mehr als 20 Kilometer daraus. Einen Übernachtungstipp und einen Essen-Gutschein (Zweimal essen und nur einmal zahlen) gibt es oberndrein. Wirklich toll.

Die   „Schlafkammer“  in Orsoy ist eine Adresse, die wir gerne weiterempfehlen. Alter Mosaikboden, mit viel Geschmack umgebautes ehemaliges Wohnhaus. Das alles ist entstanden, weil die Betreiberin vor sechs Jahren gesehen hat, dass sich vor ihrem einige Meter entfernten Wohnhaus häufig Radfahrer nach einer Übernachtungsmöglichkeit umgesehen haben. 

Weiter Richtung Münsterland.  Fabrikschlote adieu, schöne Parklandschaft,  wenig Verkehr, nicht immer guter Duft ;-), gediegene Restaurants und Hotels. Wir begegnen lustigen Menschen, die lockere  Sprüche drauf haben, jederzeit zu einem Scherz aufgelegt sind. Das Highlight: Die Billerbecker Pfingstradler:  neun Männer, die sich für das Erinnerungsfoto aufgestellt haben als seien sie in Sachen Gruppenfotos so erfahren wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

„Immer an der Hase entlang“ – eine Radfahrerin fragt nach unserem Durchschnittstempo und  gibt richtig Gas, um uns an eine Kreuzung zu bringen von der aus wir durch schöne Landschaft fernab der Straße unser Ziel erreichen.

In Essen bei Cloppenburg  findet auf dem Natur- und Jugendzeltplatz ein Familientreffen statt. Sonst werden die Bauwagen mit je vier Schlafplätzen eher von Schulklassen genutzt. Es gibt eine sehr große Zeltwiese. Wir schlafen  nach fast 100 Kilometern und zwölf Fahrtagen ohne Pause ausgezeichnet.

Auf dem neuen Hunte-Radweg haben wir es am letzten Tag besonders gut. Schwiegertochter Britta radelt uns entgegen. Sie öffnet und schließt  die rund sechs für den Weidebetrieb eingerichteten Gatter.

Pfingstmontag: Abends sitzen wir auf der  überdachten Terrasse. Es blitzt und donnert, ohrenbetäubender Lärm. Tatütata. Drei Brände wurden alleine hier im Umkreis ausgelöst. Richtig heftig trifft es jedoch Nordrhein-Westfalen und  ganz besonders Düsseldorf.

Claudius hat recht: „In Oldenburg regnet es bei jedem Wetter“. Doch am Dienstag – schulfrei- heizt die Sonne kräftig auf. Wir genießen den Tag mit der Familie… und die Gartendusche;-).

Die Heimfahrt planen wir spontan um. Der Nachtzug – bahndeutsch City Night Line – bringt uns  und die Räder prima bis Offenburg. Eine andere Mitreisende  beschwert sich am Morgen heftig über  die Belüftung.  Klar, das zieht.  Da ist ein Buff auf dem Kopf eine feine Sache. Die  Frau mit rheinländischer Klangfärbung  wird ob der schlechten Nacht richtig unflätig (sind halt doch nicht alle so nett  da oben)    bis der Schaffner  (Akzent belgisch, niederländisch?) sich nicht mehr anders zu helfen weiß als mit dem Hinweis: „So spricht man nicht mit einem Beamten der Deutschen Bahn.“

Seine Kollegin hilft uns  beim Aussteigen, wir haben ja viele Taschen und müssen auch noch Räder und Anhänger  während  der kurzen Haltezeit aus dem Zug bekommen. Klappt alles. Zug rollt an, er steht am Fenster, ich schicke ihm noch einen  Daumen nach oben  für die Weiterfahrt,  er lächelt wieder.

 Nachtzug fahren wir bestimmt wieder mal. Da die Intercity-Radplätze tagsüber in der  Hauptreisezeit  auch mal mehrere Tage ausgebucht sind, ist das ein Geheimtipp, der hoffentlich lange einer bleibt. Wie sollen wir sonst bei plötzlichem Heimweh  spontan und schnell nach Hause kommen.

 


Wir haben unser Expeditionszelt dabei und setzen damit auf gutes Wetter oder Hotelübernachtung.


Wein,Wein und wieder Wein.


Ganz schön mühsam: Der zum Räderabstellen umfunktionierte Bier- oder Kohlenkeller verlangt dem Hotelier einiges ab. Er reicht die Räder persönlich hoch.



Da kann er sich das Hantelstemmen im Fitness-Zentrum sicher sparen, zumal  E-Bikes selbst bei Flussradlern stark im Trend sind. 

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Ja, am Rhein ist es schön.


Sind die Bilder was geworden? Vor Papparazzi ist man doch nirgends sicher ;-)


Achtung  Gegenverkehr. Viele Ausflugs- und Kreuzfahrtschiffe sind unterwegs und auch Kähne mit Containern, Kohle und Kies.


In Koblenz trifft man Reisende aus aller Welt.


Vielbesucht: das Deutsche Eck in Koblenz


Das muss man gesehen haben, sagt uns ein Radler über Schloss Benrath.


Besonders gut gefallen uns die Parkanlagen, die für diesen  einstigen  fürstlichen Witwensitz angelegt wurden. Wie es wohl hier nach dem verheerenden Unwetter aussieht?


Die Pfingstradler - eine gutgelaunte Herrentruppe auf mehrtägiger Tour.


Und jetzt noch einmal: Männerrunde mit Radlerin Verena


Auf dem Deich mit Rückenwind.


Die Schlafkammer in Orsoy. Unten das Haus noch mal in ganzer Schönheit.



Radweg an der Autobahnbrücke bei Wesel.


Bitte Kopf einziehen.



Krach um Jolanthe - mit diesem Kunstwerk wird in Cloppenburg daran erinnert, dass sich die Bauern in schlechter Zeit gegen Realsteuern aufgelehnt haben und  Zwangsversteigerungen boykottierten.